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Thomas Axel Palka

Ihr Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg für den Wahlkreis Eppingen

Anfrage: Gefährdung der Tiere der Greifenwarte durch Windkraftanlagen

In der Nähe der künftigen (geplanten) Hüffenhardter Windkraftanlagen liegt die Deutsche Greifenwarte auf Burg Guttenberg. Diese ist in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg auch für die Forschung über Greifvögel von überregionaler Bedeutung und beherbergt deshalb neben einheimischen Greifen auch z. B. nordamerikanische Adler.

Die geplante Hüffenhardter Windkraftanlage liegt in einem großen Waldgebiet, in dem unzählige Tiere heimisch sind. Das zuständige Ingenieurbüro für Umweltplanung meinte bei einer Bürgerveranstaltung im April 2016, dass noch geklärt würde, was zum Schutz der 46 Brutvögel- sowie elf Fledermausarten getan werden könne. Außerdem wurde berichtet, dass die Tiere der Greifenwarte im Artenschutzgutachten nicht berücksichtigt wurden (siehe auch Berichterstattung über die Veranstaltung, z. B. bei der Rhein-Neckar-Zeitung vom 16. April 2016).

Naturschützer berichten bei bestehenden Windkraftanlagen z. B. beim Windpark Harthäuser Wald, von einer Vielzahl von Schlagopfern. Beim Harthäuser Wald waren, laut deren Aussagen, sogar schon ein Rotmilan, ein Habicht und ein Wespenbussard unter den Schlagopfern. Von anderen Windkraftanlagen, die länger in Betrieb sind, sind noch höhere Verluste bekannt. Befürchtungen auf Gefahren für die Tiere der Greifenwarte sind daher verständlich.

Ich fragte die Landesregierung:

1. Besteht durch eine mögliche Windkraftanlage bei Hüffenhardt eine Gefahr für Geier, Adler, Uhu oder sonstige Tiere der Deutschen Greifenwarte auf Burg Guttenberg?

2. Wie werden die Tiere der Greifenwarte berücksichtigt, wenn nicht in Form des Artenschutzgutachtens?

3. Was sind die Gefahren für Waldtiere und Vögel des umliegenden Waldes, sollten Windkraftanlagen gebaut werden?

4. Was haben die fledermauskundlichen Untersuchungen ergeben (bitte Gutachten anhängen)?

5. Was hat die avifaunistische Untersuchung ergeben (bitte Gutachten anhängen)?

6. Wird mit Verlusten von Tieren gerechnet bzw. mit welchen Verlustzahlen welcher Tierarten wird kalkuliert?

7. Gibt es neue Erkenntnisse, was zum Schutz der Tiere des Waldes getan werden kann, die bei der Bürgerveranstaltung im April 2016 noch nicht vorlagen?

8. Ist es aus ihrer Sicht sinnvoll, wenn Windkraftanlagen bis zum Stadium der Hüffenhardter Anlage geplant werden, ohne Vorliegen von entsprechenden, abschließenden Gutachten zum Schutz der Tiere?

9. Von welchen konkreten Werten geht das schlimmstmögliche Szenario in Bezug auf Schall und Schattenwurf aus?

10. Bestehen bei Windkraftprojekten finanzielle Gefahren durch §17 des Bundes-Immissionsschutzgesetz (BimSchG) für die Investoren wie Privatpersonen und Kommunen?

Drucksache 16/770: Gefährdung der Tiere der Greifenwarte durch Windkraftanlagen